In Wuppertal nahmen stadtweit insgesamt 404 Mädchen an insgesamt 62 Berufsangeboten und 169 Jungen an insgesamt 37 Angeboten teil, um für einen Tag lang in Berufe und in Bereiche reinzuschnuppern, die sonst eher nicht zu den klassisch-bevorzugten „Männer- bzw. Frauenberufen“ gehören.
69 Mädchen und 66 Jungen konnte die Stadtverwaltung am Girls´ und Boys´ Day begrüßen und ihnen die Arbeit in den unterschiedlichen Ressorts und Stadtbetrieben vorstellen.
"Ein Beruf, den nicht alle machen"
Nach einem gemeinsamen Empfang durch den Oberbürgermeister Uwe Schneidewind im Rathaus ging es für die Schülerinnen und Schüler in die einzelnen Stadtbetriebe: Mädchen konnten das Gebäudemanagement, die Feuerwehr der Stadt oder den Beruf der Forstwirtin kennenlernen, sie konnten erfahren, wie beim Amt für Informationstechnik und Digitalisierung gearbeitet wird. Für Jungen gab es die Gelegenheit, in der Stadtbibliothek Medienarbeit auszuprobieren, die Arbeit als medizinischer Fachangestellter oder die in einer Kindertagesstätte.
Auch die Abteilung Forst des Ressorts Grünflächen und Forsten hatte zum Girls´ Day 20 Mädchen im Alter zu Gast. An fünf Stationen konnten die Mädchen selbst Bäume pflanzen und etwas über Aufforstung und Naturschutz lernen. Sie bedienten einen Forstschlepper, bekamen einen Einblick in die Rolle von Jagdhunden, konnten an der Holzbaustation handwerken und den Hubsteiger ausprobieren.
So berichteten zum Beispiel die beiden Mädchen Fadwa (15 Jahre) und Alexia (14 Jahre) von ihren Erlebnissen beim Ressort Vermessung, Katasteramt & Geodaten: „Wir wollten gerne etwas Neues kennenlernen, einen Beruf, den nicht alle machen. Dass es im Rathaus stattfindet finden wir auch spannend.“ Auf die Frage, ob sie sich grundsätzlich vorstellen kann in diesem Beruf zu arbeiten, antwortet Fadwa: „Ja, das kann ich mir gut vorstellen – mir ist auch egal was andere denken. Mir ist wichtig, mein Ding durchzuziehen“
Berufswahl funktioniert ohne Klischees
Wie wichtig der Girls‘ und Boys‘ Day für die Stadt ist, verdeutlicht auch Sebastian Pytlik vom Katasteramt. Dort, besonders im Außendienst, sei die Frauenquote gering. Der Aktionstag helfe dabei Bereiche wie Vermessung bekannter zu machen. „Es geht uns ja darum, den Mädchen und Jungen zu zeigen, dass eine Berufswahl ohne Klischees möglich ist. Dafür ist der Girls´ und Boys´ Day eine gute Gelegenheit. Wir danken allen, die diesen Tag für unseren Nachwuchs möglich gemacht haben“, sagt Martina Völker von der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung.
Hintergrund
Seit 2001 beteiligen sich Wuppertaler Unternehmen zunächst am Girls’Day und seit 2011 auch am Boys‘ Day. Der Effekt des Aktionstages, der einen Berufseinblick ganz frei von Geschlechterklischees geben soll, kann sich sehen lassen: Studien und Statistiken, die die Bundesfachstelle des Girls'Day bzw. des Boys'Day veröffentlicht hat, zeigen, dass zum Beispiel deutlich mehr Mädchen eine Ausbildung im handwerklichen oder technischen Bereich oder ein MINT-Studium anstreben.
Organisiert und koordiniert werden Girls'Day und Boys'Day von einem Arbeitskreis, dem neben der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung der Stadt auch die Kreis-Handwerkerschaft, die Vereinigung Bergischer Unternehmerverbände, die Agentur für Arbeit, das Jobcenter, die IHK, die Diakonie, das Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bergisches Städtedreieck, der Fachbereich Jugend & Freizeit, der Stadtbetrieb Tageseinrichtungen für Kinder und die Ausbildungsabteilung der Stadt Wuppertal angehören.