DAS BIN DOCH (NICHT) ICH

THOMAS GLAVINIC LIEST AUS "DER JONAS-KOMPLEX"

Mittwoch, 9. Mai 2018, 19:30 Uhr | Eintritt: 12/6 €
Die Börse, Wolkenburg 100, 42119 Wuppertal
Glavinic Thomas © Gaby Gerster
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Glavinic Thomas © Gaby Gerster

Spätestens seit Thomas Glavinic in seinem Roman Das bin doch ich (2007) von einem fiktiven Autor erzählt hat, der wie sein Erfinder heißt und wie jener an einem Die Arbeit der Nacht betitelten Roman arbeitet, der in der wahren Wirklichkeit ein Jahr zuvor bereits erschienen war - spätestens seit diesem komplizierten Spiel mit Fakten und Fiktionen gilt Glavinic als Meister autofiktionalen Schreibens. Aber 'autofiktional', das klingt theoretisch und trocken, keineswegs sinnlich und amüsant. Dass und wie Glavinic allerdings gegen diese Vermutung reflektiert und lebendig zugleich erzählt, zeigt vielleicht keiner seiner Romane anschaulicher als Der Jonas-Komplex, der auf über 700 wahnwitzigen Seiten die Welt Wiens, des Südpols wie der Weststeiermark miteinander verbindet. Und wer wissen will, wie man Kokain durch die Flughafenkontrolle schmuggeln kann, wird ebenfalls nicht zu kurz kommen.

Thomas Glavinic

Thomas Glavinic, 1972 in Graz geboren, hat sich mit Romanen wie Der Kameramörder (2001), Die Arbeit der Nacht (2006) Das Leben der Wünsche (2009) zu einem Liebling der Kritiker wie der Leser gleichermaßen aufgeschwungen. Ausgezeichnet wurde er u. a. mit dem Friedrich-Glauser-Preis (2002), mit dem Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar (2007) und dem Literaturpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft (2010). Sein Literaturbetriebsroman Das bin doch ich stand 2007 auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises.

Dina Netz

Dina Netz, geboren 1973 in Essen, hat für die Kulturredaktion des Deutschlandfunks gearbeitet und war von 2003 bis 2006 Redakteurin in der Aktuellen Kulturredaktion bei WDR3. Seit 2006 arbeitet sie als freie Autorin, Moderatorin und Redakteurin, vor allem für den Deutschlandfunk und den WDR.