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Bergisch Competentia

Der Empfang für "Frauen mit Profil" 2025

Kribbelige Vorfreude, stolze Gewinnerinnen, ehrliche Anerkennung und ganz viel Herzlichkeit – das ist es, was den Empfang für Unternehmerinnen und Frauen in Führung 2025 ausgezeichnet hat.

Karriere aus weiblicher Perspektive

Was für ein Abend! Zum elften Mal ehrten die Oberbürgermeister der Städte Remscheid, Solingen und Wuppertal gemeinsam mit dem Kompetenzzentrum Frau und Beruf Bergisches Städtedreieck Frauen für ihre berufliche Erfolge.

Das Besondere: Der Begriff „Karriere“ wurde an diesem Abend neu definiert. Statt über Macht, finanzielle Erfolge und Führungsansprüche zu reden, standen die beruflichen Entscheidungen von vier Frauen im Mittelpunkt, die vor allem für ihre Werte einstehen. 

„Der Empfang macht deutlich, dass Karrieren sehr unterschiedliche entstehen und gelebt werden. Alle Gewinnerinnen sind getrieben von Überzeugungen, von persönlichen Werten und erreichen damit auf unterschiedlichste Weisen etwas Großes“, sagt Birgit Frese vom Kompetenzzentrum Frau und Beruf. Roswitha Bocklage, Leiterin der Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung der Stadt Wuppertal und des Kompetenzzentrums, ergänzt: „Wir sind überzeugt, dass die Zeit, in der es „nur Eine“ geben kann, vorbei ist. Power, Widerstand, Kreativität, Spaß und Zusammenhalt entstehen nicht aus Konkurrenz, sondern aus Kooperation!“

Das Publikum nahm Roswitha Bocklage beim Wort – nach dem Empfang nutzen viele Frauen die Gelegenheit, sich zu vernetzen und auszutauschen und auch sich gegenseitig für ihre Leistungen zu feiern.

 

Kategorie 1: Vorbildhafte Unternehmerin

Preisträgerin: Jasmin Shmalia, Pflegedirektorin und Mitglied der Betriebsleitung des Sana Klinikums in Remscheid.

Wenn Jasmin Shmalia über ihre Arbeit spricht, schwärmt sie. „Ich liebe alles daran!“ Für viele andere Menschen hat die Arbeit im Pflegebereich nicht den besten Ruf: Schichtdienste, zu wenig Personal, körperlich anstrengend – für Jasmin Shmalia ist es „der schönste Beruf der Welt“. Mehr als 15 Jahre arbeitete sie als Pflegekraft – dann kehrte sie ihrem Traumjob den Rücken. „Weil ich diesen Beruf liebe, bin ich ins Management gewechselt.“ Heute ist sie Pflegedirektorin und Mitglied der Betriebsleitung des Sana Klinikums Remscheid. In dieser Position hat sie die Hebel in der Hand, um die Rahmenbedingungen für ihren Traumjob zu ändern. Und genau das hat sie getan! 

Jasmin Shmalia setzt auf „new work“: Es gibt verschiedene, flexible Arbeitszeitmodelle, von denen längst nicht nur Beschäftigte mit Kindern sehr profitieren. Wer möchte, kann auf das System der 4-Tage-Woche wechseln, außerdem gibt es den Wunschdienstplan. Knapp 600 Pflegekräfte in der Klinik schreiben ihren Dienstplan selbst. „Das funktioniert!“, sagt Shmalia und ergänzt: „Es entlastet unsere Führungskräfte und berücksichtigt viel mehr individuelle Bedürfnisse.“ Dazu setzt Shmalia auf einen höheren Akademisierungsgrad. „Ich war zeitweise die einzige Pflegekraft mit einem akademischen Grad. Das wollte ich ändern.“ Sie selbst studierte nebenberuflich, machte erst ihren Bachelor, dann ihren Master. Das will sie auch ihrem Team ermöglichen. „Aktuell studieren etwa 20 Personen aus der Pflege bei mir, ich versuche alle zu fördern und zu unterstützen.“ Konkret heißt das, das Remscheider Sana Klinikum übernimmt die Studiengebühren und stellt studierende Mitarbeitende bis zu 10 Tage frei, beispielsweise vor Prüfungen.

Ein anderes Herzensthema für die 45-Jährige ist das Projekt „RIAP“, es steht für „Rekrutierung, Integration und Professionalisierung ausländischer Pflegekräfte“. „Seit ca. 1,5 Jahren gewinne ich Personal aus vielen Ländern der Welt, ohne Unterstützung einer Agentur. Wir setzen mit sehr vielen Maßnahmen alles daran, eine sehr gute Integration zu ermöglichen.“ Für dieses Projekt gewann das Sana Klinikum Remscheid vor kurzem den Deutschen Fachkräftepreis

„Ich will gestalten und nicht nur verwalten“, sagt Jasmin Shmalia, die auch Mutter von drei Kindern ist. Sie hat noch einiges vor in den nächsten Jahren. Wichtig ist ihr dabei aber das große Ganze. „Pflege soll Spaß machen, alle sollen gerne zur Arbeit kommen und dies soll sich rumsprechen!“

Kategorie 2: Kreative Lösung zur eigenen Existenzsicherung

Preisträgerin: Bea Kahl, selbstständige Modistin und Inhaberin des Hutateliers „Behauptungen“ in Solingen.

Natürlich erinnert sich die Modistin Bea Kahl noch an ihr allererstes Werk. „Es sah scheußlich aus, als ich es aufsetzte.“ Und vielleicht wäre ihre Karriere damit schon zu Ende gewesen, bevor sie eigentlich begonnen hatte. Wenn da nicht der Mitschüler gewesen wäre, der eben jene Mütze aufsetzte und bei ihm saß sie perfekt. „Das war so ein Schlüsselmoment. Da habe ich gemerkt, das bedeutet mir was.“ Im Bekanntenkreis gab es eine Modistin, bei der sie das Handwerk des Hutmachens von der Pike auf erlernte. Ab da gab es keine Zweifel mehr. Kurz nach ihrer Ausbildung übernahm sie die Filialleitung eines Hutgeschäfts an der Düsseldorfer Kögalerie, machte ihren Meister und gab später auch selbst Hutmacherkurse. „Natürlich war es nicht immer einfach. Aber es gab keine Alternative für mich und ich kenne auch keine andere Modistin, die nochmal etwas anderes machen würde“, sagt Bea Kahl.

Für sie selbst begann 2006 jedoch ein neues Kapitel, als sie bei den Bühnen Köln ins kalte Wasser sprang und erfolgreich eine erkrankte Kollegin vertrat. Vier Jahre später trat sie ihre Arbeit bei den Wuppertaler Bühnen an, wo sie bis heute als Modistin tätig ist. „Meine Arbeit gibt mir alles. Freiheit, Bestätigung, das Gefühl etwas zu können, finanzielle Unabhängigkeit“, schwärmt Bea Kahl.

2013 eröffnete sie ihr Hutatelier „Behauptungen“ in den Solinger Güterhallen. Dort verkauft sie ausschließlich Eigenkreationen. Ihre Kundinnen und Kunden kommen aus der Region, mitunter aber auch von weit her. „Individualität ist heute immer stärker gefragt, davon profitiere ich“, sagt die 62-Jährige. Ihr Wunsch für die Zukunft: „In fünf Jahren möchte ich einen Menschen ausbilden, der genauso viel Leidenschaft für den Beruf hat wie ich, jemand, dem ich meine Aufgaben nach und nach übergeben kann und der den Betrieb übernehmen wird.“ Bis es so weit ist, wird Bea Kahl nicht müde, ihre Begeisterung für ihren Beruf und ihre Selbstständigkeit zu teilen. „Wenn ich in der Stadt bin und einen Hut von mir wiedersehe, ist das ein unglaublich schönes Gefühl.“

Kategorie 3: Leitung eines nachhaltigen Projekts für Frauen

Preisträgerinnen: Annika Dewenter, Inhaberin der Stimm- und Musikschule „Stimmschmiede“ und Leonie Poos, Geschäftsführerin von fi consulting; Co-Initiatorinnen des Gründerinnen-Netzwerks „femhub“ in Solingen

Als Annika Dewenter und Leonie Poos sich entschlossen, ein Netzwerk für Gründerinnen auf die Beine zu stellen, fackelten sie nicht lang. Von der Idee bis zur Umsetzung vergingen nur wenige Wochen. Auch der Name stand schnell fest: „femhub“. Und die Wirtschaftsförderung Solingen? Überzeugt nach einem Gespräch. Und trotzdem waren die beiden nervös, als im Februar 2024 die Auftaktveranstaltung stattfand. Würde wirklich jemand kommen? Es kamen mehr als 30 Frauen! Frauen, die dankbar waren für den Austausch, für den inhaltlichen Input und für die Gelegenheit andere Frauen mit ähnlichen Herausforderungen kennenzulernen. 

Im sechswöchigen Rhythmus finden seither die femhub-Treffen statt – immer sehr gut besucht. Es gibt eine feste Mitgliedsstruktur und femhub ist als „nicht eingetragener Verein“ in der Lage, Fördermittel einzutreiben, Mitgliedsbeiträge zu generieren und Sponsor*innen zu akquirieren. Die beiden haben mit ihrem Netzwerk einen Nerv getroffen, denn in der Gesellschaft sind selbstständige Frauen längst nicht so selbstverständlich wie Männer. Vorbehalte inklusive. Annika Dewenter hat das am eigenen Leib erlebt. Sie ist staatlich anerkannte und diplomierte Musicaldarstellerin und seit 10 Jahren selbstständig, 2023 eröffnete sie ihre Schule für Stimme und Musik, die „Stimmschmiede“. „Selbstständigkeit sieht leicht aus, was dazu führt, dass sie nicht ernstgenommen wird“, weiß Annika Dewenter. Auch Leonie Poos kennt die Vorurteile, die explizit Existenzgründerinnen begegnen. Seit Mai 2023 ist sie als freiberufliche Personalentwicklerin („fi consulting“) und Bildungsreferentin tätig, zuvor machte sie ihren Master of Arts in Wirtschaftspädagogik. Thema ihrer Abschlussarbeit: „Female Intrapreneurship: Handlungsempfehlungen für die Personal- und Organisationsentwicklung aus feministischer Perspektive“.

„Das Feedback nach unseren Veranstaltungen zeigt uns, dass wir mit femhub ein einmaliges Angebot geschaffen haben“, sagt Leonie Poos. Die Diversität der Teilnehmerinnen zeige beispielsweise, dass jede Gründerin eine andere Perspektive auf konkrete Problemstellungen habe und so schlussendlich alle von gebündeltem Wissen profitieren.


Bildergalerie zum Empfang 2024

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2024

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2023

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2022

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2021

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Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2018

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2017

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2016

Unsere Preisträgerinnen aus dem Jahr 2015

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

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